Von Wellness, Krankheit, dem schönsten Ausblick und einer Bergflucht [Reisebericht Teil 3]

Ihr Lieben, zuerst einmal das wichtigste: Uns geht es gut! Wir haben wirklich viel erlebt und wollen euch heute ein bisschen davon berichten. Denn einiges ist anders gekommen, als wir es geplant hatten. Aber lest selbst – schön, dass ihr wieder hier seid! 

Unseren ersten Hochzeitstag haben wir letzten Sonntag in Schönau am Königssee gestartet und sind nach einem schönen Frühstück in einer Bäckerei weiter-gefahren. Es ging für zwei Tage in ein Wellnesshotel in St. Johann im Pongau. Leider hatte Jule sich am Sonntagnachmittag den Magen verdorben und hat 24h sehr gelitten und somit war die Hälfte unseres Aufenthaltes dort nicht ganz so schön, aber wir haben das beste draus gemacht und nach einer Massage am Montagmorgen ging es Jule dann auch endlich wieder besser. Den Montag verbrachten wir im hoteleigenen Garten auf Liegen, lasen und ließen es uns einfach gut gehen. Außerdem schlossen wir Freundschaft mit vier kleinen Babykätzchen – allerdings muss man hier sagen, dass die Freundschaft eher von unserer Seite ausging, also doch recht einseitig war, denn sie waren sehr schüchtern und wir konnten sie nur von Weitem beobachten. 

Unser Ausblick war traumhaft. Wenn man auf dem kleinen Balkon saß, hatte man wieder zur rechten Seite Blick auf eine Bergbahn. Das war also schon der zweite Stopp auf unserer Reise, wo wir direkt nebenan eine Bergbahn mit Gondeln hatten. Dieser Anblick hat auf mich immer eine total beruhigende Wirkung! Das Essen im Hotel Tannenhof (unbezahlte Werbung) war wundervoll. Wir konnten für abends immer aus vier Hauptgängen wählen, insgesamt war es immer ein 5-Gänge-Menü. Im direkten Vergleich mit dem Lürzerhof, in dem wir im letzten Jahr nach der Hochzeit waren, hat es uns letztes Jahr durch schönere Aufenthaltsmöglichkeiten noch besser gefallen, allerdings muss man sagen, dass es im Tannenhof super herzlich gewesen ist und es uns auch so insgesamt an nichts gefehlt hat. Wir machten uns also gestärkt – nach einer super tollen Massage für mich – am Dienstag (21. August) auf auf „unsere“ Berghütte. Vor uns lagen sieben Tage Entspannung in der Ruhe vom Berg. Einfach abschalten (die Handys, die Köpfe) und ganz viel lesen und genießen. So zumindest der Plan. 
Wir hatten uns für sieben Nächte ein Zimmer auf der Alexanderhütte  gemietet und der Ausblick war einfach traumhaft. Wir schliefen in der Sennhütte (auf dem übernächsten Bild linke Tür, da wo der Balkon ist). Wir stellten hier aber schon recht schnell fest, dass wir auf der Hütte wohl nicht ganz das finden würden, was wir suchten. Ab 5 Uhr morgens wurden wir vom Sennbetrieb geweckt, Frühstück gab es ab 7.30 Uhr für die Wanderer, die sich auf die Tageswanderung machten und als wir gegen 8 Uhr (nachdem wir seit 3h immer wieder wach waren) zum Frühstück kamen, war das Buffet schon sehr abgeräumt. Insgesamt haben wir uns vorgestellt, dass es dort nicht nur für Wanderurlaub ausgelegt wäre, sondern auch ein bisschen für Entspannung. Denn so klang es bei der Buchung auch. 
Leider war dem nicht so und wir hatten z.B. bis auf den Balkon, den wir uns mit dem Nachbarzimmer teilten (drei Stühle für vier Erwachsene), keinerlei Möglichkeit uns mal irgendwo fernab vom Betrieb in Ruhe mal hinzusetzen. Das war ein bisschen schade, war doch der Berg wirklich schön und der Blick ein Traum!  Hier bei einer Wanderung am zweiten Tag, an der wir viel quatschten, tierische Freunde trafen und den Tag und die Ruhe fernab der Hütte genießen konnten.  An der Alexanderhütte beginnt der „Weg der Liebe – Sentiero dell’amore“ und überall findet man kleine Stationen mit Aufgaben. An dieser Station gab es ein kleines Buch, in das man schreiben sollte, wie man sich kennengelernt hat. Es war einfach wunderbar so viele schöne und besondere Geschichten zu lesen. Und natürlich haben wir auch unsere eingetragen. Mein Favorit „Mein Papa hat sich ein Auto bei Sixt geliehen, meine Mama hat dort gearbeitet. Da haben sie sich 1995 verliebt!“ – so so süß, oder? 
Was für ein Blick, alleine dafür hat sich der Aufstieg mehr als gelohnt! Nach der zweiten Nacht haben wir uns dann aber entschieden, dass wir uns eine andere Unterkunft suchen. Ich hab lange mit mir gehadert, ob ich es ansprechen soll, dass ich mir nicht vorstellen kann, noch fast eine Woche dort zu bleiben, aber am zweiten Morgen ging es dann nicht mehr. Und Gottseidank ging es Jule genauso!  Für zwei oder drei Nächte ist so eine Unterkunft perfekt, aber es ist kein Entspannungsurlaub und weitere fünf Nächte hätten wir darauf überhaupt keine Lust gehabt. Also packten wir tatsächlich unsere Taschen und suchten uns ein Hotel direkt am See. Endlich wieder aufatmen. Ich hatte die ganzen Tage kein einziges Wort gelesen, das musste ich gestern direkt aufholen und hab den ganzen Tag am See „Nicht weg und nicht da“ von Anne Freytag gelesen (ein ganz wunderbares Buch!), mit meiner Liebsten geplaudert und leckere Pizza gegessen. Das ist Urlaub und genau das, was ich gerade brauche! 
Wir schreiben euch gerade also nicht mehr, wie ursprünglich geplant vom Berg (da hätten wir euch ohne Internet auch gar nicht schreiben können), sondern aus einem Hotel direkt im Ort, wo wir früher mit meinen Eltern waren. Ich sitze auf unserer Terrasse, die größer ist, als Zuhause und denke darüber nach, dass manche Dinge vielleicht einfach brauchen, damit sie sich perfekt anfühlen. Direkt neben dem Hotel hier ist z.B. eine Telefonzelle, von der ich als kleines Mädchen meine Großeltern aus dem Urlaub angerufen habe.Ich habe in diesem Urlaub schon einige Erkenntnisse gewonnen, die ich gerne mit euch teilen mag: 

1) Ich bin bereit für neue Abenteuer. Es ist wunderschön und wie Zuhause hier für mich, aber der Urlaub am Königssee war für mich bisher das Highlight unserer Reise, es war etwas Neues, das mich begeistert hat und ich möchte mehr davon! 

2) Berghüttenurlaub ist für mich für kurze Aufenthalte etwas, etwa für ein Wanderwochenende mit Freunden, bei dem man genau das sucht, was es ist:
Eine Unterkunft zum Übernachten, aber nicht zum längeren Erholen. 

3) Die Liebe ist das größte Glück, das man haben kann. (Eigentlich keine neue Erkenntnis, aber manchmal haut es mich immer noch um!) 

Ihr lieben Menschen, es geht uns wirklich sehr gut jetzt. Manchmal kann man Dinge vielleicht nicht so planen, manchmal braucht man Zeit, um Erkenntnisse zu gewinnen und zu wissen, was man möchte. Im Urlaub nicht weniger als im normalen Leben. 
Ich werde mir viele Dinge für den Alltag vornehmen und wahrscheinlich nur die Hälfte davon umsetzen, aber dann ist es zumindest die Hälfte davon. Und wisst ihr was? Ich nehme jetzt meinen Schwimmreifen und gehe in den See. Den See, der für mich Heimat bedeutet und der immer auf mich warten wird, auch wenn ich vielleicht erst wieder in ein paar Jahren (und dann ganz hoffentlich nicht nur zu zweit) wieder herkommen werde. Wir sind froh, dass es euch gibt! Alles Liebe, eure Lisa & Jule

PS. Und wer jetzt noch nicht genug gelesen hat und mal eine ganz andere Reise lesen möchte, schaut sich die Skandinavien-Einträge unserer Freundin Bella an. Viel Spaß dabei! 

3 Kommentare

  1. Juchu! Endlich wieder was zu lesen und zu sehen von euch 🙂

    Ich finde es ganz richtig dass ihr die Unterkunft gewechselt habt! Schade dass euch dort so gar nicht dass erwartet hat was ihr euch gewünscht habt. Das klang so toll. Aber manchmal kommen die Dinge eben anders und wer weiß schon wofür das immer so gut ist … Ich hoffe ihr genießt jetzt die Kindheitserinnerungen umso mehr und lasst es euch richtig doll gut gehen.
    Und ich hoffe Jule ist inzwischen wieder richtig fit!?

    PS: Wow, ehrlich danke für eure Werbung für meinen Blog, ihr seid so lieb!!

  2. Wie schön von euch zu lesen und zu sehen, dass es euch gut geht! Ihr habt das genau richtig gemacht, dass ihr euch entschieden habt eine neue Unterkunft zu suchen – ihr wollt euch ja schließlich erholen. Und für den Ausblick haben sich die zwei Nächte auf der Hütte ja absolut gelohnt! 🙂

    Hab eben bei euren Worten beim Lesen richtig Gänsehaut bekommen :-), einfach schön, was ihr geschrieben habt!

    Lasst es euch weiterhin richtig gut gehen! Liebe Grüße aus der Heimat von uns 🙂

  3. Gleich als ich „St. Johann im Pongau“ las, schlug mein Herzchen höher. Wir fahren schon seit Jahren nach Großarl, also praktisch daneben und nächstes Jahr soll es wieder soweit sein. <3
    Bei euren Bildern könnte ich jetzt schon losfahren…
    Hihi, ja das mit den frühen Wanderern kenne ich gut. Wir auch mal recht früh zu einer Wanderung aufgebrochen und haben die Wirte recht früh besucht. Die Ecke ist wirklich sehr auf Wanderer ausgelegt.
    Ich kann es gut verstehen, dass ihr da nicht lange geblieben seid.
    Ich freue mich trotzdem sehr für euch, dass euch der Urlaub so gut gefallen hat. 🙂

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