Zwischen Teilenwollen
und Geheimhalten

Dieses Internet begleitet mich schon so viele Jahre, dass ich mich noch an unzählige Momente erinnern kann, in denen ich nachts mit 14/15 am PC saß, während meine Eltern schon lange schliefen, um in zahlreichen Foren, die ich zum Teil selbst gegründet habe Off-Topics mit „Entweder-Oder-Fragen“ zu beantworten (Grüße an meine bis heute lieben Freundinnen R. und P.!!) oder über die neuste Frisur meines auch übrigens heute noch liebsten Bandmitglieds der immer noch aktuellen Lieblingsband zu diskutieren. Ich bin übrigens der festen Überzeugung, dass Dinge/Personen/Musik etc., die in bestimmten Zeiten in das Leben treten und gut zu einem sind, für immer bleiben und so ist es für mich mit dieser einen Band, aber das ist eine andere Geschichte..

Während ich also das Internet füllte ohne mir auch nur annähernd darüber im Klaren zu sein, dass das vielleicht auch mal irgendwo irgendjemand aus meinem „realen Leben“ , von der oder dem ich vielleicht nicht unbedingt wollte, das lesen könnte, habe ich ohne groß darüber nachzudenken geschrieben und getextet, immer eben ohne Gesicht – versteckt hinter Avataren. Dann kam die myblog-Zeit und Zeiten, in denen ich mit Freundinnen stundenlang Layouts gebastelt und Grundkenntnisse in HTML/css erwarb. Bis heute hilft mir das manchmal. Dann kamen sie irgendwann die Blogzeiten und es wurde irgendwie immer.. persönlicher? 

Vielleicht ist das der richtige Ausdruck dafür. Man wollte die Geschichten lesen, kennenlernen wer dahinter steckte, wie der- oder diejenige lebte. Und das wurde zunehmend extremer. Und heute finden wir uns hier in diesem Influencer-Wirrwarr, wo Product Placements und Vergleiche genau so Realität sind, wie das morgendliche Aufwachen. Und während ich mit Ende zwanzig oftmals merke, dass diese Welt einen Einfluss auf mich ausübt, dass ich mich vergleiche und es mir nicht immer gut tut, stelle ich mir die Frage, was ich denn überhaupt von dieser Internet-Welt möchte.

Es gab Zeiten in der Schule, da haben mich Leute angesprochen, dass sie meine Texte lasen oder das ein oder andere Video sahen. Manches Mal freute ich mich, andere Male lösten diese Momente Gedanken in mir aus: Was genau will ich? 

Ich habe schon so viele tolle Kontakte geknüpft, mich ausgetauscht, das möchte ich wirklich nicht missen. Ich habe so viel zu sagen, habe eine Geschichte zu erzählen, von der sicher viele etwas mitnehmen können, aber wo setze ich meine Grenzen? Möchte ich, dass Menschen aus meinem realen Leben meine innersten Gedanken kennen? Wie kann ich das mit mir vereinbaren?
Ich kann mir diese Frage im Moment nicht beantworten und weiß auch noch nicht recht, wie ich das soll. Was denkt ihr? 

Wie geht ihr mit diesem Internet um? Setzt ihr klare Grenzen?
Und hiermit starte ich einen Test: Wenn ihr mehr lesen wollt, hinterlasst mir einen Kommentar oder einen Smiley, dann sehe ich, dass ihr hier seid.

Ich sende euch viele Grüße, ich freue mich! 
Eure Lisa

Lisa (27) ist gebürtige Niedersächsin, Chaoskopf mit Hang zum Organisieren und Listen, Listen, Listen. Lebt mit ihrer Frau in Braunschweig und hält ihre Gedanken, schöne und schwierige Momente und Besonderheiten auf diesem Blog und unter wundersachen auf Instagram fest.

So wie es ist

„Wie? Und dann setze ich mich hin und soll mir beim U-ni-ver-sum etwas wünschen und dann erfüllt es sich?“, fragst du mich ungläubig, als ich von unserer besten Freundin nach Hause komme und ich zucke mit den Schultern. „Keine Ahnung, man weiß doch nicht, ob sowas funktioniert, also kann man es sich auch wünschen. Ann-Kathrin sich einen Mann und ich mir eine Wohnung. Außerdem hat mir meine Mama immer gesagt: ‚Wünschen, darf man sich ALLES!‘ “

Zwei Monate später stehen wir in unserer Traumwohnung. Wohnungsübergabe.
Ich habe sie mir gewünscht. Genau so: Etage, Größe, Aufteilung. Und wir haben sie bekommen. Es ist mittlerweile völlig irrelevant, ob das Universum im Spiel war. Aber manchmal stehe ich mitten in dieser Wohnung, sehe mich ungläubig um und bin einfach nur glücklich. Dass sich genau meine Wünsche erfüllt haben, dass ich mein Leben darf, wie ich es tue und mit der Frau an meiner Seite, die viel zu lange innerlich und auch offiziell meine „beste Freundin“ war.

Der Weg zu ihr und damit auch irgendwie zu mir war so steinig und es ist eigentlich verrückt, wie man diese nicht immer leichte und manchmal auch einfach nur beschissene Zeit einfach vergisst, weil seit ein paar Jahren alles so schön ist, so besonders, so.. normal. Da sitzen wir plötzlich inmitten unserer Lieben, die wider meiner dämlichen Vorstellungen geblieben sind – in unserem Leben und wir zu vielen noch ein viel engeres Verhältnis aufbauen konnten. Sie sind alle noch da, ein paar sind gegangen, weil so das Leben ist und ein paar neue sind dazugekommen und es fühlt sich an, als wären diese immer schon da gewesen.

So sitzen wir also da, lachend, redend, zeitvergessend. Verheiratet. Mit unserer Traumwohnung und Zukunftsplänen. Und mittendrin lächle ich und merke, wie mich das Glück erfüllt, dass alles so gekommen ist, wie es ist. 

Lisa (27) ist gebürtige Niedersächsin, Chaoskopf mit Hang zum Organisieren und Listen, Listen, Listen. Lebt mit ihrer Frau in Braunschweig und hält ihre Gedanken, schöne und schwierige Momente und Besonderheiten auf diesem Blog und unter wundersachen auf Instagram fest.

Und wenn ihr euch fragt, woher das tolle Bild aus dem Beitrag ist: Danke an meine tolle Schwägerin für das wunderschöne Bild!